I. Abokonzert
25. Oktober 2019 20:00

Bach & Ginastera

Variations for strings

Als sanfte Musik für schlafgestörte Adlige hören wir Bachs Goldberg-Variationen
längst nicht mehr, und die lustige Anekdote, nach der der Cembalist Herr
Goldberg Bach nach Cembalomusik gefragt haben soll, um seinen Dienstherrn
Graf Keyserlingk des Nachts musikalisch adäquat unterhalten zu können, ist in
ihrem Wahrheitsgehalt äußerst umstritten. Für eine beruhigende Nachtmusik
sind die Goldberg-Variationen sicherlich bei weitem zu kunstvoll. Geschrieben für
das zirpende Cembalo, entfalten sie ihre Polyphonie mindestens genauso
plastisch im leuchtenden Klang eines Streichorchesters. Joanna Kamenarska
leitet dabei die Hamburger Camerata von der Violine aus – aber wer wollte die
Konzertmeisterin der Hamburger Staatsoper nicht auch mal als Solistin hören?
Auch dafür hat sie eines der Highlights im Werk des großen Thomaskantors
ausgewählt: seine berühmte Chaconne. Dieser Baum der Violinliteratur ist eigentlich
nur ein überdimensionaler Ast von Bachs zweiter Violinpartita, der die
anderen Sätze allein schon von der Länge her überwuchert – bis heute ein kaum
übertroffener polyphoner Gipfelpunkt der Geigenkunst. Und dann der moderne
Argentinier Alberto Ginastera? Natürlich! Bach ist zwar nie viel gereist, aber er
kannte die Musik der damals bekannten Welt. Auch Ginastera gehört mit seinem
Konzert für Streicher aus dem Jahr 1965 in den weiteren Kreis der europäischen
Musik: Er verbindet die rhythmisch geprägte Musik seines Heimatlandes mit der
„modernen klassischen“ Musik.

Ticketpreise: 39 / 35 / 29 / 18 / 11 € zzgl. VVK-Gebühr