16. April 2018 19:30

DER KONTRABASS

Plädoyer für ein verkanntes Instrument

Der Kontrabass als Soloinstrument? Üblicherweise fristet der Kontrabassist ein zumeist unscheinbares Dasein im Orchester und hat kaum Gelegenheit zur Selbstdarstellung oder zur auffallenden Virtuosität. Als Kontrabassist der Wiener Philharmoniker steht Ödön Rácz für deren tönendes Fundament; als Solist beweist er, dass man auch auf seinem Instrument singen kann. Oder besser: Er kann es. Er versteht sich auf die Kunst des Kontrabass-Belcanto, die von manchen Komponisten gefordert, aber erst so richtig von ihm verwirklicht wurde. Ödön Rácz entfaltet eine eigenwillige Leichtigkeit sowie sanfte Eleganz und legt damit überraschende Stimmungsschichten des Kontrabasses frei.

Die Hamburger Camerata ist ihm ein sensibler Musizierpartner; man hört aufeinander, scheint sich gegenseitig zu inspirieren, die Balance zwischen Soloinstrument und Orchester wird wunderbar gewahrt. Das Musikinstrument wird aus seinem Nischenbereich herausgeholt und mit musikalischer Bedeutung den anderen Solokonzerten gleichgestellt. Keine exotische Wiederbelebung, sondern man erhält die Gelegenheit, ein reichhaltiges, unbekanntes Repertoire zu erfahren.

Das Konzert des böhmischen Meisterkomponisten Johann Baptist Vanhal erinnert mit seinem festlichen Ton und seiner schlüssigen Architektur an Joseph Haydn. Rácz spielt es mit tänzerischer Lockerheit und freudvollem Temperament. Beim Konzert von Giovanni Bottesini zieht er dann einen weiteren Trumpf: Er führt den Kontrabass als ein Instrument vor, das sanft fließen kann und elegische Melodien zum Klingen bringt und offenbart dabei poetische Zartheiten des Kontrabasses, die für das Instrument ungewöhnlich sind.

18:45 Uhr Einführung zum Konzertabend

Villach – Kultur

 

Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 43, Es-Dur, Hob 1:43, „Merkur“

Johann Baptist Vanhal
Konzert für Kontrabass und Orchester, D-Dur

Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 57, D-Dur, Hob: 1:57

Giovanni Bottesini
Konzert für Kontrabass, h-moll

24,00 Euro bis 37,00 Euro